Tauern Talk mit ...

Fitnessexperte Patrick Klein

Bei Patrick Klein und seinem Unternehmen, der PK-Fit sports and event group dreht, sich alles ums Fahrradfahren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Veranstaltung von Indoor-Cycling-Events, bei denen die Teilnehmer zwischen fünf und vierundzwanzig Stunden in die Pedale treten. Klein und sein Team sorgen dabei für die nötige Stimmung und Motivation. Wir fragen beim Radprofi nach, was es mit Indoor Cycling auf sich hat und wie man einen Radmarathon überhaupt ohne wundes Sitzfleisch übersteht.

Patrick, was bedeutet dir das Biken?

Ich finde, Radfahren ist der schönste Sport der Welt, weil man dabei sehr viel erlebt. Mit dem Bike bist du frei und siehst Dinge, die dir beim Autofahren verborgen bleiben. Beim Indoor Cycling macht den Reiz der Mix aus Sport, Musik, Emotion und Gruppengefühl aus.

Die Sportart nennt sich Indoor Cycling, findet aber auch draußen statt. Ist das nicht ein Widerspruch?

Indoor Cycling heißt die Sportart. Viele glauben, es nennt sich Spinning, aber Spinning ist die Firma, die die Sportart Indoor Cycling erfunden hat und es macht keinen Unterschied, ob das drinnen oder draußen stattfindet.

Wie erklärst du dir den Erfolg von Indoor Cycling?

Zum einen können diese Sportart Anfänger und Fortgeschrittene gemeinsam ausüben – die Scham als Letzter anzukommen fällt weg. Zum anderen ist es die Kombination aus Bewegung und Musik.

Gemeinsam mit dem TAUERN SPA bietet ihr einen Indoor Cycling-Marathon mit einer Dauer von fünf bzw. zehn Stunden an. Geht da noch mehr?

Es gibt Events von vier bis zwölf Stunden. Ab und zu bieten wir auch 24-Stunden-Events an, wobei das nichts mehr mit Spaß zu tun hat, da geht es nur noch darum den inneren Schweinehund zu überwinden. Bis zu sechs Stunden ist eine Dauer, die der Normalbürger noch packt, ab der achten Stunde kriechen die auf dem Zahnfleisch raus – das macht dann keinen Spaß mehr. Sowas kann man mit Extremsportlern machen.

Alle Teilnehmer werden gleich behandelt.

Wie schaffst du es die Teilnehmer zu motivieren?

Trainer müssen authentisch sein und die Musik richtig interpretieren können – das ist ein ganz großer Motivationsfaktor. Und es ist wichtig, dass alle Teilnehmer gleich behandelt werden: Egal ob jemand neu oder Profi ist, fit oder untrainiert.

Und was motiviert dich?

Das Feedback der Teilnehmer. Wenn jemand sagt: „Wow, das hat wirklich Spaß gemacht“ – das ist die größte Motivation für mich.

Gerade bei Indoor Cycling Marathons sitzt man länger im Sattel. Was sind deine Tipps gegen einen wunden Hintern?

Man sollte sich generell langsam steigern, um sich an den Druck zu gewöhnen. Dann ist es ganz wichtig, eine Radhose mit Polster und darunter keine Unterwäsche zu tragen. Zentral ist auch die Sattelauswahl: Bei weicheren Sätteln hat man viel mehr Reibung, d.h. je länger man fährt, desto härter muss der Sattel sein. Und die korrekte Fahrradeinstellung ist wichtig, sonst tut einem nachher alles weh.

Beim Bike-Fitting kümmert ihr euch genau um diesen Bereich?

Genau. Wir arbeiten da mit Hochgeschwindigkeitskameras vor und hinter dem Fahrrad und Druckmessung im Sattel. So sieht man die Druckspitzen beim Pedalieren und man kann während dem Treten die Winkel einzeichnen. Es gibt ganz klare Winkel, die beim Sitzen eingehalten werden müssen, damit man keine Schmerzen hat. Durch die Druckmessung gewinnt man zusätzliche Informationen darüber, ob der Sattel höher oder tiefer gestellt werden muss.

Über PK-Fit

Bei PK-Fit handelt alles rund ums Fahrradfahren – egal, ob es Rennradfahren, Mountainbiken oder Indoor Cycling ist. Im Indoor Cycling ist das Unternehmen hauptsächlich im Eventbereich tätig, für Radsportler übernimmt PK-Fit vor allem das Bike-Fitting, Laktatmessungen und Spiroergometrie. Mit ihrem firmeneigenen Transportunternehmen liefert PK-Fit zusätzlich auch noch die Räder der Herstellerfirma Tomahawk europaweit aus.

Autor: Barbara
... ist leidenschaftliche Sportlerin und Outdoor-Enthusiastin. Griffiger Kalk, knackige Trails und unberührter Pulverschnee lassen das Herz der Steirerin höherschlagen. Über ihre Erfahrungen schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin nicht nur in ihre Tourenbücher, sondern auch auf dem TAUERN SPA-Blog.