Indoor Cycling

Strampeln, schwitzen, glücklich sein

Biken ist mein Sport – ich liebe den frischen Wind, der einem bei der Fahrt um die Nase weht, die Geschwindigkeit, das Gefühl von Freiheit, die technischen Kniffe, die manche Trails erfordern. Nichts von alledem erwartete mich bei meiner ersten Indoor-Cycling-Einheit im TAUERN SPA Zell am See – Kaprun. Da Mountainbiken und Rennradfahren aber keine idealen Wintersportarten sind, wollte ich eine entsprechende Alternative ausprobieren.

„Indoor Cycling“, auch als Spinning bekannt, steht für ein intervallartiges Trainingsprogramm auf modernen Indoor-Bikes. Die Sportart liegt schwer im Trend und ist aus den Fitnessstudios nicht mehr wegzudenken. Die Teilnehmer treten dabei zu anregender Musik und den Anweisungen eines Instruktors kräftig in die Pedale. Wer auf ein Kräftemessen aus ist, ist bei dieser Sportart fehl am Platz. Denn über den tatsächlichen Widerstand, der auf das Schwungrad wirkt, entscheidet jeder Teilnehmer selbst und am Ende beenden die Teilnehmer „das Rennen“ doch alle zur gleichen Zeit.

Es geht los

Nach der Begrüßung durch Trainer Patrick, beim Indoor Cycling auch „Presenter“ genannt, wurde für jeden Teilnehmer die korrekte Sitz- und Lenkerposition eingestellt. Dann ging es los: Gemeinsam mit zehn weiteren mehr oder weniger erfahrenen Indoor-Bikesportlern startete ich in meine erste Indoor-Cycling-Stunde. Ruhige Musik begleitete uns beim langsamen Einfahren. Patrick bemerkte wohl meinen kritischen Gesichtsausdruck, denn während ich gemütlich vor mich hin radelte, erklärte er mir, dass es nur zu Beginn so beschaulich zugehe. Jede Einheit untergliedert sich in verschiedene Intervalle – gemächliches Einfahren gehört genauso dazu, wie Sprints und die Simulation von Berganstiegen. Ich werde also sicher noch auf meine Kosten kommen, versprach er.

Go, Go, Go!

Und so war es dann auch. Nachdem wir uns und unsere Räder auf Betriebstemperatur brachten, forderte uns Patrick auf das Tempo zu steigern. Bei passender Rock-Musik ging das praktisch von selbst – dabei blieb es allerdings nicht. Die erste Steigung stand am Programm, das hieß Widerstand erhöhen und kräftig in die Pedale treten. „Go, go, go – raus aus dem Sattel“, feuerte uns Patrick an. Der Bass dröhnte, im Wiegetritt schwangen wir uns „den Berg“ hinauf. Dabei kam ich ordentlich ins Schwitzen. „Oben“ angekommen, erwies sich die ersehnte Verschnaufpause als kurzes Vergnügen: Wir schalteten den Widerstand wieder ein Stück nach unten und strampelten sitzend weiter. Nach ein paar Minuten rief Patrick zum Sprint, bei gleichem Widerstand erhöhten meine Kollegen und ich das Tempo und lieferten uns ein Rennen der besonderen Art.

Fix und fertig – und happy

Rund eine Stunde dauerte die Indoor-Cycling-Einheit, in der wir uns bei unterschiedlich hohen Wattzahlen und Trittfrequenzen auspowerten, die vom Instruktor angeleiteten Bewegungswechsel am Bike sorgten für zusätzliche Abwechslung. Die Musik passte abermals perfekt: Satte Bässe sorgten für die nötige Unterstützung während der anstrengenden Passagen, ruhige Klänge dafür, dass sich die Herzfrequenz während der gemütlicheren Phasen schneller wieder senkt. Am Ende der Stunde stieg ich völlig fertig vom Bike – dafür mit einem breiten Grinsen im Gesicht! Meine anfängliche Skepsis erwies sich als unbegründet: Indoor Cycling ist natürlich anders als Mountainbiken und Rennradfahren, hat aber genauso seinen Reiz und ist definitiv eine Alternative für kalte Regen- oder Wintertage.

Über Indoor Cycling

Als Indoor Cycling oder Spinning bezeichnet man Gruppentrainingsprogramme, die als Ausdauersport auf stationären Fahrrädern mit Musik ausgeführt werden. Beeinflusst vom Training auf Rollentrainern kam Indoor Cycling in den 1970er und 80er Jahren in Mode. Indoor Cycling bezeichnet die Sportart an sich, diese kann sowohl drinnen als auch draußen durchgeführt werden. Die Bezeichnung Spinning ist hingegen eine eingetragene Wortmarke des amerikanischen Unternehmens Mad Dogg Athletics Inc.

Autor: Barbara
... ist leidenschaftliche Sportlerin und Outdoor-Enthusiastin. Griffiger Kalk, knackige Trails und unberührter Pulverschnee lassen das Herz der Steirerin höherschlagen. Über ihre Erfahrungen schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin nicht nur in ihre Tourenbücher, sondern auch auf dem TAUERN SPA-Blog.